Archiv Neuigkeiten + Nachrichten


Weiterbildungskurs für Fachleute im Bereich Wildtierökologie und Naturschutzpraxis

Lebensräume von Kleinkarnivoren erkennen und aufwerten

Freitag, 21. September 2018

WIN Wieselnetz und die hepia führen einen 1-tägigen Weiterbildungskurs in der Westschweiz durch, welcher helfen soll, den Blick für die Lebensräume von Hermelin, Mauswiesel und Iltis zu schärfen und wichtige erprobte Fördermassnahmen in der Praxis kennenzulernen.

(21. Dezember 2017)

Neu erschienen
Mesures pour favoriser les petits mustélidés en zone agricole

Titelseite_Wieselheft_FUne approche pour préserver la biodiversité et diminuer les dégâts de campagnols dans les prairies.

Gemeinsam haben WIN Wieselnetz und Agrofutura die Publikation „Fördermassnahmen für Wiesel im Landwirtschaftsgebiet“ in Französisch herausgegeben. Das Heft richtet sich vor allem an landwirtschaftliche Berater, an Erarbeiter von Vernetzungsprojekten und an Landwirte des französischen Sprachraums.

(28. Januar 2015)

Neu erschienen
Fördermassnahmen für Wiesel im Landwirtschaftsgebiet

Titelseite_Wieselheft_DEin Ansatz zur Erhaltung der Biodiversität und zur Reduktion von Wühlmausschäden im Wiesland.
Gemeinsam haben WIN Wieselnetz und Agrofutura eine Publikation zur Förderung von Wieseln im Wiesland entwickelt. Das Heft richtet sich vor allem an die Landwirtschaft (landwirtschaftliche Beratung, Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter), aber auch an Fachleute, die Vernetzungsprojekte planen und erarbeiten. Es zeigt, wie praktische Massnahmen zur Wieselförderung auch ausserhalb von grösseren Förderprojekten getroffen werden können.

(3. März 2014)

Weiterbildungskurs für Fachleute im Bereich Wildtierökologie und Naturschutzpraxis

Lebensräume von Kleinkarnivoren erkennen und aufwerten

Freitag, 15. September 2017

WIN Wieselnetz führt einen 1-tägigen Weiterbildungskurs in der Biosphäre Entlebuch durch, welcher helfen soll, den Blick für die Lebensräume von Hermelin, Mauswiesel und Iltis zu schärfen und wichtige erprobte Fördermassnahmen in der Praxis kennenzulernen. Der Kurs richtet sich an Fachpersonen aus Regionalen Naturparken oder andere Institutionen, die eine ökologische Infrastruktur verbessern bzw. aufbauen möchten.

(20. Dezember 2016)

Weiterbildungskurs für Fachleute im Bereich Wildtierökologie und Naturschutzpraxis

Lebensräume von Kleinkarnivoren erkennen und aufwerten

Freitag, 23. September 2016

WIN Wieselnetz und die hepia führen einen 1-tägigen Weiterbildungskurs in der Westschweiz durch, welcher helfen soll, den Blick für die Lebensräume von Hermelin, Mauswiesel und Iltis zu schärfen und wichtige erprobte Fördermassnahmen in der Praxis kennenzulernen.

(6. November 2015)

Weiterbildungskurs für Fachleute im Bereich Wildtierökologie und Naturschutzpraxis

unterhalt-see-n_helen-mueriLebensräume von Kleinkarnivoren erkennen und aufwerten

Freitag, 31. Oktober 2014

WIN Wieselnetz führt einen 1-tägigen Weiterbildungskurs durch, welcher helfen soll, den Blick für Habitate von Mauswiesel, Hermelin und Iltis zu schärfen und wichtige, erprobte Fördermassnahmen in der Praxis kennenzulernen.

(12. November 2013)

Ausstellung
„Mauswiesel und Hermelin“ Kleine Tiere – grosse Jäger
vom 23. Oktober 2013 bis 26. Januar 2014 im Bündner Naturmuseum

Die sehr sehenswerte Ausstellung wurde ursprünglich vom Naturmuseum Freiburg gestaltet. Seither wurde sie von verschiedenen weiteren Ausstellern jeweilen noch etwas um- und ausgebaut. Ab 23. Oktober 2013 ist sie im Bündner Naturmuseum ausgestellt.

Paul Marchesi verstorben

Anfang Oktober 2013 ist, völlig überraschend und mitten aus einem beruflichen Einsatz heraus, Paul Marchesi an einem Herzstillstand verstorben.

Paul war einer der besten Kenner der Kleinkarnivoren in der Schweiz. Nach einer Diplomarbeit über das Hermelin und der Promotion über den Baummarder hat ihn das Thema „Musteliden“ trotz seiner beeindruckenden Breite als Zoologe nie mehr losgelassen. Dabei fühlte er sich als echter Feldbiologe am wohlsten an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis. Er kannte sich in der Spurenanalyse ebenso gut aus wie mit anderen Erhebungsmethoden, und er hat sein Wissen und seine Kompetenz in zahlreichen Einsätzen, Kursen und Gesprächen an eine Vielzahl seiner Kolleginnen und Kollegen weitervermittelt. Dabei konnte er auch seine Begeisterung für die Feldarbeit und seine Liebe zur Natur auf überzeugende und ansteckende Art mit der fachlichen Kompetenz verbinden und herüberbringen.

WIN Wieselnetz durfte sein vergriffenes Buch „Les petits Carnivores“, das er mit seinem wissenschaftlichen Lehrer C. Mermod zusammen auf französisch veröffentlicht hatte, ins Deutsche übersetzen und mit ihm zusammen überarbeiten und erweitern. Es war eine schöne Zusammenarbeit, getragen von Vertrauen, Engagement und fruchtbarer Teamarbeit.

Wir haben mit Paul Marchesi nicht nur einen der besten Fachleute für Marderartige und Förderer dieser oft etwas vergessenen Tiergruppe verloren, sondern vor allem auch einen liebenswerten Menschen.

Hans C. Salzmann

(Oktober 2013)

Weiterbildungskurs WIN Wieselnetz vom 26.–27. Oktober 2012
Habitate von Kleinkarnivoren erkennen und aufwerten

Was für Lebensraumansprüche haben Wiesel? An dieser Kernfrage orientierte sich der zweitägige Kurs, der im Aargauer Seetal und im Baselbiet stattfand. Nach einer Begrüssung durch Cristina Boschi (Leiterin Geschäftsstelle Stiftung Wieselnetz) erläuterte uns Helen Müri in zwei Basisreferaten die Biologie, die Habitatansprüche und die Populationsstruktur der verschiedenen, einheimischen Musteliden-Arten. Die zunehmend ausgeräumte, zersiedelte Kulturlandschaft ist kein attraktiver Lebensraum mehr. Allerdings lassen sich die Bewegungsachsen der Wiesel durch Lenkstrukturen (z.B. durch Hecken oder Gräben) verbessern und mässig geeignete Lebensräume schon mit relativ einfachen Vernetzungsmassnahmen sowie Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen optimieren.

Am Beispiel Aabach-Schlatt-Eichberg erläuterten die beiden Expertinnen vor Ort, weshalb hier welche Massnahmen getroffen worden sind. Ausserdem erfuhren wir, wie ihr Unterhalt geregelt ist und welche Erfolgskontrollen durchgeführt wurden. Am zweiten Standort Hallwilerseeufer bei Beinwil galt es schliesslich, in Gruppenarbeit selber eine Lebensraumanalyse aus der Sicht eines Wiesels vorzunehmen. Den ersten Kurstag rundete das Referat des Wühlmausspezialisten Thomas Briner (Direktor Naturmuseum Solothurn) über Mäuse ab, der Hauptbeute aller Wiesel.

Nach theoretischem Imput waren die Kursteilnehmer am zweiten Tag gefordert, selber Keinstrukturen anzulegen: In Ramlinsburg & Muttenz durften wir unter kompetenter Anleitung Asthaufen, Steinhaufen und -wälle errichten. Die praktische Arbeit führte zu zahlreichen spannenden Fragen und regem Meinungsaustausch zwischen den Kursteilnehmern und der Kursleitung. Dass solche Vernetzungsmassnahmen auch anderen Tierarten zu Gute kommen, bewies schliesslich das einzige Säugetier, dass wir live an diesen beiden Kurstagen zu Gesicht bekamen: eine Spitzmaus – trocken und unversehrt ­– die den Haufen Steine, den wir sorgfältig zu einem Wall aufschichteten, bereits in Beschlag genommen hatte…

(Pia Schütz, 16. November 2012)

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WIN Wieselnetz ist jetzt eine Stiftung

Am 16. August 2012 haben die beiden bisherigen Programmleitenden von WIN Wieselnetz die Urkunde der „Stiftung WIN Wieselnetz“ unterschrieben. Damit wurde das Programm von der vorherigen „einfachen Gesellschaft“ auf ein rechtlich gut abgesichertes und langfristig dauerhafteres Fundament gestellt. Auch ist die Verantwortung damit breiter abgestützt. Der Stiftungsrat besteht derzeit aus Helen Müri (Präsidentin), Christa Mosler, Ueli Rehsteiner und Hans C. Salzmann. Mit dem Einbezug der bisherigen Programmverantwortlichen wurde die nötige Kontinuität gesichert, um die gut laufenden Aktivitäten und die gegen aussen vertraglich zugesagten Leistungen weiter garantieren zu können. Das gilt besonders auch für das neu angepackte Zehnjahresprojekt „Wiesellandschaft Schweiz“. WIN setzt sich auch in Zukunft für die systematische Förderung von Kleinkarnivoren (insbesondere Musteliden) auf wissenschaftlicher Basis ein, richtet sich vor allem an Fachleute und Entscheidungsträger und arbeitet für die Umsetzung im Feld mit regionalen Partnern zusammen. Die Organisation und Koordination des Programms liegt nach wie vor in den Händen der Geschäftsstellenleiterin Cristina Boschi.

(17.8.2012)

Beurkundung_WIN

Ausstellung

Mauswiesel & Hermelin. Kleine Tiere – grosse Jäger.

Diese instruktive und gut gemachte Ausstellung wurde ursprünglich vom Naturhistorischen Museum Freiburg zusammengestellt und gezeigt. Konzipiert hat sie der Biologe Jean-Steve Meia, die Texte stammen von der Wiesel-Fachfrau Carine Vogel.

Vom
13. Mai bis 14. Oktober 2012
ist die Sonderausstellung nun im
Schweizerischen Museum für Wild und Jagd
Schloss Landshut, 3427 Utzenstof
zu sehen. Wie es der Titel sagt stehen unsere kleinsten zwei Raubtierarten im Fokus, Themen sind z.B.
– Worin unterscheiden sich die beiden Arten?
– In welchen Lebensräumen kommen sie vor?
– Was fressen sie und wie jagen sie?
– Wie können diese beiden Tierarten gefördert werden?
Auch die vielen schönen Bilder sowie Präparate machen den Besuch der Ausstellung empfehlenswert.

(2. Mai 2012)

Hermelin mit Maus_Patrick Hofmann

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Haben Sie „Tänze“ bei Wieseln beobachtet?

Eine eigenartige Verhaltensweise der Wiesel wird „Veitstanz“ genannt. Über ihre Ursache gibt es mehrere Theorien, aber keine abschliessende Klarheit. Eine Beschreibung dieses Verhaltens und Gedanken über mögliche Ursachen dieses Phänomens finden Sie im Text „Veitstanz von Wieseln“ von Helen Müri. Haben Sie auch schon einem Wiesel beim Veitstanz zugesehen? Ihre Beobachtung interessiert uns, bitte teilen Sie sie uns mit. (Alles weitere siehe Text).

(Oktober 2011)

Weiterbildungskurs von WIN Wieselnetz vom 17.–18. Juni 2011

Rückschau einer Teilnehmerin„Habitate von Kleinkarnivoren, insbesondere von kleinen Musteliden – Erkennen, Beurteilen, Verbessern“

Der Titel war Programm für zwei sehr intensive Tage im Raum Chur, St. Galler Rheintal und am Stoss (AR). Den theoretischen Hintergrund erhielten die Teilnehmenden mit kurzen, aber gehaltvollen Referaten von Helen Müri (WIN) zur charakteristischen Lebensweise der jeweiligen Art, zu ihren Ansprüche an Fläche und Habitatstrukturen sowie zur Bedeutung von Raum und Struktur im Jahresverlauf.

Derart ausgerüstet mit Wissen über Lebensraumbedarf, Metapopulationen und Denken in vier Dimensionen (3 x Raum, Zeit) ging es ins Feld, wo wir versuchten, das Gehörte in der Landschaft wieder zu entdecken. Die Beispiels-Auswahl von sehr guten bis entwicklungsfähigen Habitaten schärfte den Blick dafür, was an Ressourcen vorhanden war oder (noch) fehlte. Und spätestens am zweiten Tag begann man die Landschaft als „Wiesel“ zu sehen: wo sind Kleinstrukturen, Vernetzungslinien und natürlich Mäuse! Dass wir auch die unterschiedlichen Lebensraumansprüche der bevorzugten Wieselbeute in unsere Beurteilungen einbezogen, dafür sorgte Jürg-Paul Müller, ehemaliger Direktor des Bündner Naturmuseums, in einem Referat zur Bedeutung der Kleinsäuger als Beutetiere.

Im Fokus des Kurses standen die beiden Wieselarten, aber auch Baummarder und Iltis (mit Ruheplätzchen in Trimmis!) konnten immer wieder in unsere Überlegungen einbezogen werden. Ausserdem erhielten wir von Irene Weinberger, die an einer Dissertation über den Fischotter arbeitet, auch zu dieser Tierart Informationen.

Insgesamt ein sehr gelungener Kurs, der die Teilnehmenden nicht nur Wissen, sondern auch einen geschärften Blick mit nach Hause nehmen liess. Und zuletzt noch ein kleines Felderlebnis: Während wir in Untervaz Vernetzungselemente für den Iltis Richtung Rhein planten, kreiste über uns ein Schlangenadler.

(Christa Mosler-Berger, 1.7.2011)

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Seit März 2011: Geschäftstellen-Leiterin für WIN Wieselnetz

Das Programm WIN Wieselnetz existiert und wirkt mittlerweile seit fünf Jahren. Mit der Schaffung einer kleinen, aber permanenten Teilzeit-Geschäftsstelle will die Programmleitung die längerfristige und regelmässige Leistung des Programms sicherstellen und  die Übergabe der Verantwortung in jüngere Hände einleiten. WIN Wieselnetz soll dabei das Profil als Nonprofit-Organisation mit Ausrichtung auf Förderung und Qualitätssicherung des Kleinkarnivoren-Schutzes ganz klar behalten und schärfen. Die Hauptaufgabe der Geschäftsstelle besteht nicht in erster Linie in Administration, sie soll vielmehr von Beginn weg konzeptionelle und fachspezifische Mitverantwortung übernehmen.

Auf den Stellenausschrieb haben sich über 40 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, das Niveau der vorhandenen Kompetenzen war insgesamt sehr hoch. Mit der Wahl der promovierten Biologin Cristina Boschi ist es gelungen, die Geschäftsstelle einer sowohl in Wildtier- und Naturschutzbiologie wie auch Organisation erfahrenen Fachfrau anzuvertrauen. Sie betreut die Geschäftsstelle seit dem 1. März 2011.

(11. Januar 2011 / 4. März 2011)

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Neu auf dem Buchmarkt

Marder, Iltis, Nerz und Wiesel
Marder_UG_def.inddIm deutschsprachigen Raum fehlte bis jetzt eine allgemein verständliche, leicht lesbare Übersicht zum Thema Musteliden in Europa, die auch den Ansprüchen an wissenschaftliche Genauigkeit genügt. Nun ist sie da: der Haupt-Verlag, Bern, hat 2010 ein reich illustriertes Buch zum Thema herausgegeben. In zwölf Kapiteln werden Geschichte, Biologie und Ökologie der Kleinmarder behandelt, mit Ausblicken auf das Verhältnis zum Menschen, auf Forschung, Gefährdung und Förderungsmöglichkeiten. Das Buch beruht auf der französischsprachigen Ausgabe, die schon seit einiger Zeit vergriffenen ist ( „Les petits carnivores“). Die stark überarbeitete, aktualisierte und erweiterte Übersetzung wurde von „WIN Wieselnetz“ angeregt und begleitet.

„Marder, Iltis, Nerz und Wiesel. Kleine Tiere, grosse Jäger.“ von Paul Marchesi, Claude Mermod und Hans C. Salzmann. Haupt-Verlag, Bern/Stuttgart/Wien, 2010, 192 Seiten.

Zum Hinweis des Verlags

(20. September 2010)

„Tierwelt-Förderpreis“ für WIN Wieselnetz
„Kleintiere Schweiz“, Herausgeberin der Fachzeitschrift „Tierwelt„, vergibt jährlich zwei Preise an Projekte, die sich „in besonderer Weise für die Tierwelt eingesetzt und verdient gemacht“ haben. Darunter werden ausdrücklich auch Wildtiere einbezogen. Der Tierwelt-Preis 2009 ging an den Verein Therapiehunde Schweiz, der Förderpreis von Fr. 5’000.00 an das Programm WIN Wieselnetz. Die Preise wurden den Trägern am 5. Dezember 2009 im Rahmen einer kleinen Feier übergeben.
WIN Wieselnetz freut sich nicht nur über diese Anerkennung seiner Arbeit „für die Förderung der Wiesel und ihrer Lebensgemeinschaften“, sondern auch über die damit verbundene finanzielle Hilfe, welche in die Fortbildung von Fachleuten und weiteren engagierten Menschen zur Förderung von Wieseln und anderen Kleinkarnivoren eingesetzt werden soll.

(5. Dezember 2009)

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Übergabe des Tierwelt-Förderpreises an WIN Wieselnetz (Foto: K. Blum)

Zwei neue Untersuchungen zur Methodik
Frank Richarz entwickelte im Rahmen einer Diplomarbeit eine Haarfalle, die es erlaubt, im Feld mit einer non-invasiven Methode Haarproben von Mauswiesel und Hermelin zu gewinnen. Mit einer mikroskopischen Analyse ist die sichere Abtrennung der beiden Wiesel-Arten von andern Fallenbenützern möglich, mit einer nachfolgenden genetischen Analyse der Haare die individuelle Erkennung. (Richarz, F.: Entwicklung und Evaluierung eines non-invasiven Monitoringinstruments für Mauswiesel (Mustela nivalis L. 1766) und Hermelin (Mustela erminea L. 1758). Diplomarbeit Universität Trier, 2009.)

Felix Evers hat in einer Bachelor-Arbeit den Attraktivitäts-Vergleiche zwischen künstlichen „Mustelidenkasten“ und Asthaufen aufgegriffen und dabei interessante Hinweise auf die eingesetzten Nachweismethoden erhalten. (Evers, F.: Gezielte Ansiedlung von Musteliden durch Schaffung geeigneter Strukturen in der Landschaft – Ein Vergleich von Totholzhaufen und Nistkästen. Bachelorarbeit Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 2009. Für Rückfragen: felixevers(at)gmx.net)

(17. Juli 2009)

Wieselförderung konkret: Basis für regionale Förderprojekte
WIN Wieselnetz hat die vorhandenen Erfahrungen zur Wieselförderung gesammelt, zusammengefasst und in einem Pilotprojekt systematisch getestet und weiter entwickelt. Das Ergebnis ist ein Konzept zur Stärkung vorhandener Wieselpopulationen (vorläufig auf die Verhältnisse im Schweizer Mittelland begrenzt), das auf dieser Website veröffentlicht ist und das wir hier zur Diskussion stellen. (Rückmeldungen erwünscht!) Vgl. dazu auch die dazu erschienene WINformation 3.

(17. Juli 2009)

2. Netzwerk-Treffen von Wieselnetz
Am 2. April 2008 organisierte WIN Wieselnetz das zweite Netzwerk-Treffen über Untersuchungs- und Förderungsmöglichkeiten von Wieseln. Geladen war zu diesem als Workshop konzipierten Austausch ein kleiner Kreis von Spezialistinnen und Spezialisten, die sich mit dem Nachweis der beiden Wiesel-Arten im Feld praktisch auseinandersetzen. Sie liessen sich über den Stand der Methoden-Entwicklung von Haarfallen durch das Musée national d’histoire naturelle Luxemburg (Post-Doc Dr. Bettina Schmitt) und die Universität Trier (Diplomarbeit Frank Richarz) informieren.

Haarfallen ermöglichen ein nicht-invasives Vorgehen, um an genetisches Material von Wieseln heranzukommen. Verbunden mit DNA-Analysen erlauben sie die sichere Bestimmung der Art und sogar von Individuen, ohne die Populationen (durch Verluste) oder den Lebensrhythmus von einzelnen Individuen (durch Unterbruch der Aktivität) zu beeinflussen. Die vorgestellte, speziell für Wiesel entwickelte Haarfalle funktioniert gut und liefert Haarproben mit einem Aufwand, der geringer ist als derjenige beim Lebendfang. Der Nachweis von Wieseln (nicht aber die Unterscheidung der beiden Arten untereinander) gelingt schon über die Morphologie der Haare leicht. Andere Musteliden kommen bei der gewählten Fallengrösse nicht in Frage. Derzeit wird an einer befriedigenden genetischen Auswertung des Haarmaterials gearbeitet.

Die Publikation der Ergebnisse ist noch in diesem Jahr geplant (WIN wird darüber informieren). Die anwesenden Schweizer Fachleute haben ihr Interesse an den Fallen bestätigt und die Bereitschaft angekündigt, sie auch für schweizerische Verhältnisse zu erproben.

(30. April 2008)

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Haarfalle (mit geöffnetem Deckel) (Foto: Irene Salzmann)

Ausstellung „Mauswiesel und Hermelin“ noch bis am 26. April 2009
In einer ansprechenden Ausstellung, die noch bis am 26. April dauert, macht uns das Naturhistorische Museum Freiburg mit den beiden Wiesel-Arten Mauswiesel und Hermelin bekannt. Aus dem Ausstellungs-Text:

„Wer kennt sie schon, das Duo Mauswiesel und Hermelin, die kleinsten Raubtiere der Welt? Sie sind zwar seit jeher Teil unserer natürlichen Fauna, gehören aber aufgrund ihrer heimlichen Lebensweise und ihrer Körpergrösse von lediglich 15 bis 25 cm zu den kaum bekannten Tierarten. Wer schon einmal das Glück hatte, diese Tierchen beobachten zu können, der wird ihr Verhalten nicht so schnell vergessen: die flinken Sprünge, das sprichwörtliche Herumwieseln oder das unvermittelte, aufmerksame Aufrichten des Körpers.

Wie lassen sich die beiden Arten zuverlässig unterscheiden? Welchen Lebensraum benötigen sie? Was fressen sie? Wie verändern sie im Laufe der Jahreszeiten ihr Aussehen? Diese und viele weitere Fragen werden im Rahmen der Ausstellung beantwortet. Eine Auswahl eindrücklicher Bilder zeigen Mauswiesel und Hermelin in freier Wildbahn. Weiter kann anhand von lebensechten Präparaten das Aussehen der bei uns heimischen Marderartigen (Steinmarder, Baummarder, Iltis …) in aller Ruhe studiert werden.“

(5. Februar 2009)

Musteliden-Kolloquium in Trebon, Tschechien,  4. – 7. Oktober 2007
Das Marder-Kolloquium fand zum 25. Mal statt, diesmal in Südböhmen. Über 80 Fachleute, die sich mit Musteliden befassen, nahmen teil und tauschten sich über laufende Arbeiten, über neue und bewährte Methoden aus. Gut 40 Referate und 30 Poster informierten über den aktuellen Forschungsstand. Der weitaus grösste Teil handelte vom Fischotter, welcher in weiten Teilen Europas eine positive Bestandes-Tendenz zeigt, in der Schweiz aber immer noch als ausgerottet gelten muss. Interessant waren auch die Informationen über die Problematik mit dem amerikanischen Mink, welcher die letzten europäischen Nerze arg bedrängt und an einem Ort in England sogar die Schermaus (Arvicola terrestris) fast ausgerottet hat – eine Veränderung der Nahrungsbasis, welche für viele Tierarten Folgen haben dürfte.

Wiesel sind in Europa offenbar nur am Rand und in wenigen Ländern ein Thema. Zwei polnischen Arbeiten befassten sich mit der Koexistenz der beiden ökologisch sehr ähnlichen Wieselarten (Referat  Zbigniew Borowski et al.) bzw. der Räuber-Beute-Beziehung (Poster Karol Zub et al.). Ein deutsches Referat informierte über Telemetrie beim Hermelin (Hans-Heinrich Krüger), während zwei Poster über Arbeiten der Universität Trier und aus Luxemburg berichteten und Raum- und Habitatansprüche beider Wieselarten (Bettina Schmitt et al.) bzw. genetische Aspekte beim Mauswiesel (Armin Liese und Bettina Schmitt) behandelten. Aus England war ein sehr interessantes Referat über die Kolonialisierung der britischen Inseln inkl. Irland durch das Hermelin zu hören (Natalia Martinkowa et al.).  Keine einzige Arbeit befasste sich mit Bestandesentwicklungen bei den Wieseln im intensiv genutzten Mitteleuropa oder mit Schutzbemühungen für diese beiden Arten.

Ein besonderes Erlebnis war schliesslich – trotz Nebel – die Exkursion in die Umgebung von Trebon, eine Landschaft, welche von jahrhundertealten Fischteichen geprägt ist. Sie bietet verschiedenen Mustelidenarten, vor allem dem Fischotter, beste Lebensbedingungen, ist aber zudem Lebensraum für viele weitere Säuger- und Vogelarten, wie zum Beispiel die Grau- und Silberreiher (vgl. Foto).

Erfreulicherweise konnte die Weiterführung des Kolloquiums für die nächsten Jahre bereits  gesichert werden, da sich Arbeitsgruppen fanden, welche die Organisation übernehmen werden  (für 2008 vgl. unten).

(8. November 2007)

Wiesel-Scouts: geglücktes Pilotprojekt
Im Rahmen des Projektes „Wiesel-Patchwork“ hat WIN Wieselnetz den Einsatz von Laien in gemischten Altersgruppen für den praktischen Wieselschutz ausprobiert. Kinder waren eingeladen, zusammen mit ihren Eltern, Grosseltern, Paten usw. am Lebensraum-Aufwertungsprojekt Seetal (Aargau) im Feld mitzumachen. Nach einer praktischen Einführung zum Vernetzungskorridor Bach und zum Thema „Wiesel-Leben“ überwachten sie während zweieinhalb Wochen Spurentunnel (Auswechseln der Spurenpapiere, Kontrolle der Funktionstüchtigkeit) halfen bei der Einrichtung von Kleinstrukturen in den Vernetzungskorridoren und schauten der Expertin bei der ersten Auswertung der Spurenpapiere (Spurenstreifen) über die Schulter.

Die Aktivitäten wurden von den Projektleiterinnen Helen Müri und Rosmarie Wehrli auf der Grundlage von solidem Hintergrundwissen über die Ansprüche von Wieseln und die Wirkung von Massnahmen geplant, denn WIN Wieselnetz will Enttäuschungen durch wohlgemeinte, aber aussichtslose Aktionen von Anfang an vermeiden und nur auf Projekte mit guter Aussicht auf Erfolg setzen. Das Ziel wurde im Pilotprojekt ganz offensichtlich erreicht: in den 11 Spurentunneln hinterliessen in der kurzen Zeit von 2 1/2 Wochen mehrere Exemplare von Hermelin, Mauswiesel und Iltis, je ein Steinmarder, Baummarder, junger Dachs und Fuchs, sowie Mäuse, Ratten sogar ein Vogel ihre Fussspuren. Die insgesamt 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 9 bis 94 Jahren machten am Schluss der Veranstaltungsreihe, bei der Verleihung des Anerkennungsdiploms als „Wiesel-Scout“, denn auch zufriedene Gesichter.

(1. Oktober 2007)

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(Foto Wehrli)

(Foto Müri)

(Foto Müri)

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(Foto Wehrli)

Austauschtreff

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Am 17. März 2007 haben sich 19 Expe

rtinnen und Experten für Kleinkarnivoren in Aa

rau getroffen, um über ihre Arbeit und Erfahrung mit Kleinraubtieren zu berichten. Kernthema waren die beiden Wieselarten, daneben wurde auch kurz über Iltis, Baummarder, Wildkatze und Marderhund berichtet. Die Ergebnisse fliessen in die Informationsdatei „Wer macht was“ auf dieser Website ein. (Weitere Informationen siehe Ergebnisse Austauschtreffen).

(18. Juni 2007)

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Dissertation über das Hermelin im Val-de-Ruz
Anfang Jahr hat Carine Vogel-Gehrig an der Universität Neuchâtel ihre Dissertation über das Hermelin im Val-de-Ruz abgeschlossen. Die Untersuchung ist die letzte aus einer langen Serie von Arbeiten über Kleinkarnivoren der Universität Neuchâtel (Prof. Claude Mermod). Mit 57 Lebendfängen und 13 mit Sendern ausgerüsteten Hermelinen (Telemetrie) wurde insbesondere auch Aussagen über die Qualität des Lebensraums gemacht werden. Hecken und grosse Steinhaufen spielen darin eine grosse Rolle (für Ortsverschiebungen, Ruhe, Aufzucht), daneben sind auch Bachläufe und Wälder wichtig. Negativ ist der Einfluss von immer mehr Verbindungsstrassen und Bewirtschaftungswegen.
(Vogel, Carine, 2006: Eco-éthologie de l’hermine (Mustela erminea, L. 1758). Utilisation des structures dans une mosaïque composée de zones forestières, agricoles, urbanisées et revitalisées. Thèse Université de Neuchâtel, 147 pp. Text auf: doc.rero.ch > Suche nach „auteur“ > Eingabe „Vogel Carine“.)

(18. Juni 2007)


    Vernetzung: Wieselspur im Schnee (Foto: Müri)