PROJEKTE WIN


Praxisprojekte

WIN-karch-Pilotprojekt
laufend

Verstecke und Aufzuchtplätze fehlen in einer ausgeräumten Kulturlandschaft nicht nur den Wieseln, sondern auch Amphibien und Reptilien. Deshalb haben sich WIN Wieselnetz und die karch, zuständig für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz, zusammengeschlossen, um in einem Pilotprojekt nicht einzelne Arten, sondern mehrere Artengruppen gemeinsam zu fördern. Im Fokus stehen Kleinkarnivoren, Reptilien, Amphibien und Libellen, alles Arten, die mobil und auf ähnliche Strukturen angewiesen sind. So sollen Synergien genutzt werden, um Lebensraumverbesserungen in der Kulturlandschaft für möglichst viele Arten zu erzielen. Das vom BAFU (Abteilung Arten, Ökosysteme, Landschaften) finanziell unterstützte Pilotprojekt wurde 2015 im Populationsraum Bucheggberg (Kantone Bern und Solothurn) begonnen. Bei der Planung von Massnahmen werden nicht nur die gemeinsamen, sondern auch die unterschiedlichen ökologischen Ansprüche und räumlichen Bedürfnisse dieser verschiedenen Tierarten/Artengruppen berücksichtigt.

 

Wiesellandschaft Schweiz
laufend

Um dem Rückgang von Hermelin und Mauswiesel entgegen zu wirken und Wieselpopulationen gesamtschweizerisch zu sichern fördert WIN Wieselnetz die beiden Wieselarten mit dem Projekt „Wiesellandschaft Schweiz“ systematisch. Dazu wird in je einem ost-west-Band und einem nord-süd-Band durch die ganze Schweiz mit Hilfe von intensiven Förder- und Vernetzungsmassnahmen eine Reihe von Populationsräumen aufgewertet oder geschaffen, in denen Hermeline und Mauswiesel auch unter ungünstigen Bedingungen (z.B. bei geringem Nahrungsangebot) nie vollständig aussterben.

Durch extensive Vernetzungsmassnahmen zwischen den Populationsräumen soll eine Verbindung zwischen den Fördergebieten sichergestellt werden, damit der für die langfristige Bestandessicherung notwendige Austausch von Individuen und Erbgut gesamtschweizerisch stattfinden können.

Im Rahmen des Projekts wurde auch ein Konzept für Erfolgskontrolle entwickelt, um mit diesem Instrument festzustellen, ob die Ziele der Massnahmen erreicht wurden.

Das Projekt wurde im Jahr 2012 gestartet und wird in dreijährigen Etappen umgesetzt: eine erste mit Schwerpunkt östliches Mittelland, eine zweite mit Schwerpunkt westliches Mittelland und eine dritte mit Schwerpunkt Nord-Süd-Achse.

Zur Zeit laufen die folgenden 11 regionale Wieselförderprojekte (alphabetisch):
– Wieselförderprojekt «Irchel (ZH)»: in Umsetzung;
– Wieselförderprojekt «Jurapark Aargau (AG)»: in Umsetzung;
– Wieselförderprojekt «Pfaffern-, Rot- und Wiggertal (AG, BE, LU)»: in Umsetzung;
– Wieselförderprojekt «Schaffhausen (SH)»: in Umsetzung;
– Wieselföderprojekt «Seeland (BE)» lanciert;
– Wieselförderprojekt «Seetal (AG, LU)»: in Umsetzung;
– Wieselförderprojekt «Studenland-Bachsertal (AG, ZH)»: in Umsetzung;
– Wieselförderprojekt «Tafeljura (BL)»: in Umsetzung;
– Wieselförderprojekt «Thal (SO)»: in Umsetzung;
– Wieselförderprojekt «Thurgau (TG)»: um zwei Jahre verschoben;
– Wieselförderprojekt «Weinland-Seerücken (TG, ZH)»: lanciert.

 

Fördermassnahmen für Wiesel im Landwirtschaftsgebiet
abgeschlossen

Ziel dieses Projektes war es, Grundlagen zur Wieselförderung im gesamten Landwirtschaftsgebiet der Schweiz zur Verfügung zu stellen. Dabei wurden zusammen mit dem Partner Agrofutura interdisziplinär praktische Anleitungen erarbeitet, welche Landwirten und Landwirtschaftsberatern einen Überblick über wirkungsvolle Massnahmen zur Wieselförderung bieten.

Die Anfang März 2014 erschienene Publikation ermöglicht es Praktikerinnen und Praktikern, eigenständig zu überlegen und planen, welche Massnahmen zur Unterstützung der Wiesel auf einen Betrieb passen. Die Massnahmen können so auch ohne Hilfe von aussen mit der für Wiesel notwendigen Qualität und Wirksamkeit umgesetzt werden. Zudem zeigt das Heft mögliche finanzielle Beiträge für die getroffenen Massnahmen auf (Beitragsansätze Agrarpolitik 2014 – 2017).

 

Wiesel-Patchwork
Hauptrojekt abgeschlossen

„Wiesel-Patchwork“ war ein Pilotprojekt zur Förderung von Hermelin- und Mauswiesel-Populationen im Kanton Aargau (Schweiz) und zur Entwicklung und Prüfung der angewandten Methoden. Dabei stand von Anfang an die Förderung und Stützung ganzer Populationen im Fokus, unter Berücksichtigung der natürlichen zeitlichen und räumlichen Dynamik.

  • Als erstes wurden Populationsraumanalysen durchgeführt und die Zielpopulation ausgewählt.
  • Als nächstes folgten konkrete Lebensraumaufwertungen in ausgewählten Patches oder Habitatflecken sowie die Verbesserung der Vernetzung. Für die Umsetzung der Massnahmen arbeiteten wir eng mit Naturschutzvereinen, Jagdgesellschaften, Landwirten und anderen interessierten Kreisen zusammen.
  • Erfolgskontrolle Wiesel-Patchwork: Die Besiedlung neuer und verbesserter Patches und Vernetzungsachsen wurde in der dritten Projektphase erfasst. Dynamische Prozesse in der Population sollten besser erkennbar werden. Wichtig waren Ergebnisse über die Wirksamkeit einzelner Massnahmen und die Bedeutung ihrer Merkmale.

Das Projekt ist im Wesentlichen abgeschlossen und im Schlussbericht „Wiesel Patchwork Seetal (Aargau)“ publiziert. Ergänzungen der aufgewerteten Flächen oder Verbesserungen und Unterhalt von schon getroffenen Massnahmen können aber auch in Zukunft dazukommen.

Vernetzung

Vernetzung

Neue Buntbrache (links) und alte Buntbrache (rechts)

 

 

 

 

 

 

 

Konzept zur Wieselförderung
Projekt abgeschlossen
(das Konzept wird aber laufend weiterentwickelt und aktualisiert)

Kaum eine Wirbeltiergruppe, die nicht ihre Lobby hat und für die nicht irgendwelche Förderprogramme am laufen sind. Die Wiesel machten lange Zeit eine Ausnahme, und dies europaweit. Das war kaum bewusste Absicht, vielmehr fallen diese Kleinsten unter den Raubtieren durch die Maschen, weil sie so schwierig zu erfassen und erforschen und vielleicht auch weil sie in der Landschaft so unscheinbar sind.

WIN Wieselnetz hat deshalb die vorhandenen Erfahrungen gesammelt, zusammengefasst und in einem Pilotprojekt (Wiesel-Patchwork, s.o.) systematisch getestet und weiterentwickelt und in weiteren Umsetzungsprojekten geprüft. Das Ergebnis ist ein Konzept zur Stärkung vorhandener Wieselpopulationen, vorläufig auf das Schweizer Mittelland und vergleichbare Gegenden beschränkt. Dabei liegt der Ansatz weniger bei Einzeltieren als beim Ziel überlebensfähiger Populationen. Das Konzept richtet sich an Fachleute, Praktikerinnen und Praktiker des Naturschutzes, der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft, der Jagd.

Wir möchten dazu ermuntern, das Konzept als Basis für eigene, regionale Projekte zu benutzen. Es wurde und wird von WIN in verschiedenen regionalen Förderprojekten mittlerweile angewendet und getestet und soll in rollender Planung ständig weiterentwickelt werden. Deshalb sind Rückmeldungen und Diskussionsbeiträge sehr erwünscht und wir sind für Ihre Bemerkungen, kritische Beurteilung und Ihre eigenen Erfahrungen sehr dankbar.

Wiesel-Förderkonzept
Wiesel-Förderkonzept Anhang Kleinstrukturen
Wiesel-Förderkonzept Anhang Glossar

Vgl. auch
Unterhaltskonzept für Wieselmassnahmen

 

 


    Kleinstrukturen: in jedem Wiesellebensraum zentral (Foto: Müri)